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3. Juli 2007

Der CSD ist ein Politikum

Am Samstag stehe ich wieder am LSVD-Stand und informiere über das Anti-Gewalt-Projekt. In dieser Woche bin ich mit den Vorbereitungen dafür befasst. Am Sonntag geht es – als Zaungast – zur Parade.

Leider hat das WDR-Fernsehen die CSD-Bericht-erstattung wieder in die Nacht verbannt. Das waren noch Zeiten, als der WDR am ersten Juli-Sonntag tagsüber und live vom Kölner CSD berichtete. Wo Menschen in den Medien vorkommen, fühlen sie sich wichtig. In Berlin-Brandenburg gibt es das noch.

Ich ärgere mich, dass der WDR so entschied, aber ich später einmal einen stundenlangen Live-Bericht über einen Schützenumzug in einem niederrheinischen Kaff sah. Diese „Parade“ war weder farbenfroh, noch waren mehr Teilnehmer als beim CSD dabei. Dafür fielen vor Ort erheblich weniger Zuschauer auf. Schließlich behaupte ich, dass die Inhalte, die dort zum Besten gegeben wurden, nicht nur für mich sterbenslangweilig waren. Über Stunden hinweg ging den Moderatoren der Stoff aus.

Seinem Auftrag muss der WDR gegenüber den unterschiedlichen Minderheiten im Land gerecht werden. Besser gesagt: er sollte es. Zu Unrecht wurde der WDR vor Jahren von seinen Gegnern als Rotfunk diffamiert. Aber Parteibuch ist noch kein politischer Inhalt. Und medienpolitisch hätte der WDR viel mehr leisten können als er es getan hat. Beispiel: In NRW hat auch der WDR bei der Integration von Türken versagt. Ich verstehe nicht, warum es nicht schon seit 10 Jahren einen landesweiten deutsch-türkischen Radiosender gibt.

Insgesamt hat der WDR bei seinem Integrations-auftrag gegenüber Minderheiten keine glückliche Hand. Die Argumente gegen CSD-Übertragungen wurden mal so und mal so gewichtet. Es hieß, der CSD sei nicht politisch genug oder nicht unterhaltend genug für das dritte Programm des WDR. Dabei ist Unterhaltung durchaus politisch. Ich habe mir erzählen lassen wie trivial und gekünstelt der zusammengefasste WDR-Bericht im letzten Jahr war. Leider. Ich bin gespannt auf den Bericht zum „Christopher Street Day 2007“ am kommenden Sonntag gegen Mitternacht.

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4 Kommentare:

  • Passend zumThema: Unsere polnischen Freunde (Regierung) kämpfen ja bekanntlich nicht nur gegen alles Deutsche sondern auch gegen alles Schwule, jetzt hat die EU ein Filmchen aus Erotikszenen verschiedener Europäischer Filme zusammengeschnitten (Imagepflege). Ein Polnischer EU Abgeordneter hat erkannt, dass sich in die Liebesszenen auch zwei Schwule reingeschmuggelt haben! Igitt, ein Fall fürs Überfalltelefon!

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,492158,00.html

    Von Anonymous Jaro, Am/um 4. Juli 2007 um 11:00  

  • Hier ein Kommentar zum CSD-Bericht des WDR 2006:

    "Der WDR hat dem CSD eine ganze halbe Stunde nach Mitternacht gewidmet. Äußerst großzügig. Es fängt damit an, dass ausführlich die Vorbereitungen im Corner beobachtet werden. Dann geht es in die Wohnung der Beispielschwulen, die die Dokumentation tragen sollen und die gehen natürlich auch auf die Gala, kostet ja nur 50 Euro “Spende”. Der betuliche Tonfall mit dem der Sprecher darauf
    hinweist, dass Marie Luise Nikuta dabei ist, nervt. Welch neue Nachricht, sie macht das ja nur schon seit Jahren mit. Und dann fragen die sie peinlicherweise auch noch, ob sie ein Problem mit den ganzen Tunten hat. Unfassbar.
    Und überall nur Schwule und Tunten. Lesben sind nicht zu sehen. Sehr nervig. Nix als Schwule weit und breit. Selbst bei Aufnahmen vom Straßenfest schaffen sie es nur Kerle zu zeigen. Ich war da gewesen und hatte nicht den Eindruck, dass die Jungs die Situation dominieren. Auch beim Bühnenprogramm ist mir eigentlich die Ausgewogenheit positiv aufgefallen. Nicht, dass dies bei diesem Bericht auch nur annähernd herauskommt.

    Natürlich haben die Beispielschwulen eine super Wohnung, sind nett und wirken anständig und natürlich ist die Wohnung pikobello, trotz Massenbesuchs. Die wirken selbst nach nur 2 Stunden Schlaf noch appetitlich. Keine Bären, keine Lederkerle oder noch viel abwegigere Vorlieben. Ja, ne ist klar, schwul sein an sich ist ja eigentlich schon irgendwie pervers, immer noch. Schwule sind ganz normale Leute, die Karneval im Sommer feiern und dann gibt es da noch so politischen Inhalt. Lesben gibts immer noch nicht zu sehen. Ja und dann wieder das Corner. Offenbar findet der Kölner CSD vorm Corner statt.
    Und dann interviewen sie eine Frau auf der Gasse (die auch schon im Corner gewesen war) und fragen sie, ob sie “betroffen” sei, ist ist aber ne Hetera, auch klar. Wer hat diese Reportage zu verantworten, bitte?
    (..)
    Diese Reportage ist das Philadelphia der Reportagen. Grausam." (Quelle: siehe Website)

    Von Anonymous David, Am/um 6. Juli 2007 um 17:02  

  • Bei mir erscheint das Bild nicht. Was ist denn dargestellt? Ich seh nur schwarz!
    LG
    Guido

    Von Anonymous Guido Mayus, Am/um 24. Juli 2007 um 10:45  

  • Lieber Guido,
    du hast Recht. Gelegentlich fällt mein Anbieter "freenet" aus. Das hat zur Folge, dass die Unterseiten meiner Website www.frankpohl.de und einzelne Fotos hier zeitweise nicht zu sehen sind. Ich versuche das Foto-Problem zu lösen!
    Schön, dass du mir mit deinem Kommentar "beweist", dass du meinen Weblog liest. Liebe Grüße aus Köln, fgp

    Von Anonymous fgp (autor des blogs), Am/um 24. Juli 2007 um 16:17  

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